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Der Koch

Der KochAutor: Martin Suter
Urheber: Martin Suter
Verleger: Diogenes

Kaufen Neu: EUR 21,90
Stand 19.3.2010 15:26 EDT Einzelheiten



Neu (81) Gebraucht (18) Sammlerstück (2) ab EUR 11,00

Verkäufer: Amazon.de
Bewertung: 3.5 von 5 Sternen 41 Rezensionen

Medium: Gebundene Ausgabe
Ausgabe: 1
Seiten: 272
Versandgewicht: 0.7
Maße (innen): 7.3 x 4.9 x 0.9

ISBN: 3257067399
EAN: 9783257067392

Publikation: Januar 26, 2010
Versand: Sparversand
Verfügbarkeit: Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Auch erhältlich in:

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Redaktionelle Rezensionen:

Aus der Amazon.de-Redaktion
Andrea hat Maravan Vilasam schon eine ganze Weile im Blick. Noch keine zehn Tag ist die attraktive Frau Servicekraft im Zürcher Nobelrestaurant „Chez Huwyler“, aber es reicht, um zu begreifen, dass der Asylant aus Sri Lanka weit unter seinem Niveau beschäftigt ist. Offiziell ist Maravan als Tellerwäscher und Handlanger angestellt, aber die Köche des Restaurants benutzen sein Talent zum Gestalten von dreilagigen Millefeuilles mit marinierten Waldbeeren in knusprigen Blätterteig-Arlettes gern, um von ihren eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Gedankt indes wird es ihm nie.

Von Kindesbeinen an gilt Maravans große Liebe der Kochkunst. Als ihm gekündigt wird, tut er sich mit Andrea zu einem Catering-Service namens „Love Food“ zusammen, der sich darauf spezialisiert, die Geschlechter über das sinnliche Band raffinierter Speisen zusammenzuschweißen. Bald macht er dabei auch Bekanntschaft mit der Welt der Banken und der Politik. Und da geht es ein ums andere Mal recht anrüchig zu...

“Sonst saßen da: ein Autoimporteur, ein Inhaber einer Werbeagentur und ein nicht ganz freiwillig abgetretener Bankpräsident, alle mit ihren großen, dünnen, blonden zweiten Frauen“: Es gibt nicht viele Autoren, die mit so wenig Aufwand ein solches Maß an Atmosphäre, sozialkritischer Doppelbödigkeit und – hier: in die Syntax hineingerutschtem – Humor hervorzaubern können. Schon allein wegen solch appetitlicher Nuancen hat sich die Lektüre von Der Koch schon gelohnt.

Die Zutaten, aus denen der Schweizer Autor Martin Suter seinen Roman Der Koch gemixt hat, mögen nicht alle neu sein. Vom Problem der Eidgenossen mit Ausländern und ihrer Vorliebe für die Hochfinanz hat man auch schon anderswo gelesen. Und manchmal hat Suter sein Lesemenü auch etwas überwürzt. Aber das ist nur ein schnell verflogener Beigeschmack. Denn im Großen und Ganzen ist Der Koch wieder ein überaus gut lesbares, frisches Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.
- Stefan Kellerer




Kundenrezensionen:
Rezensionen anzeigen 1-5 von 41
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5 von 5 Sternen Essen und doch die weiter Welt   März 18, 2010
Franziska Huhnke (Eckernförde, S-H.)
1 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich

Minichapatis mit Curryblätter-Zimt- Kokosöl-Essenz
Urd-Linsen-Cordons in zwei Konsistenzen
Ladies-Finger- Curry auf Sali Reis mit Knoblauchschaum
Curry vom Huhn auf Sashtika-Reis mit Korianderschaum

Hört sich gut an, finden sie nicht?
Um dieses Menü geht es unter anderem in dem neuen Roman von Martin Suter. Aber hätte der Roman nur aus Gerichten und Anleitungen bestanden, hätte ich ihn bestimmt nicht gelesen.

Maravan ist Tamile und lebt in der Schweiz. Er darf arbeiten, was ihn als privilegiert gelten lässt. Er ist eigentlich Koch, jedenfalls in Sri Lanka, aber in der Schweiz darf er nur Pfannen schrubben. Als es zu einem Streit in der Küche kommt, wird er fristlos entlassen. Gut, dass Andrea diesen Umstand ungerecht findet. Zusammen gründen sie einen illegalen Cateringservice: Love Foods. Dort kocht Maravan ein Menü, das nicht nur Herzen, sondern auch Körper in Wallung bringt. Sogar Andrea verfällt diesen Kostbarkeiten..
Sinnlich und exotisch entführt uns Suter in eine Welt, die es tatsächlich so gibt. Denn er lässt nichts aus, ob weltweite Finanzkrise oder Bürgerkrieg in Sri Lanka. Jedes dieser schwierigen Themen verpackt er geschickt und macht es gleichzeitig unentbehrlich für die gesamte Geschichte. Schließlich ist das Ende eine wahre Überraschung.

Nach viereinhalb Stunden Lesegenuss bin ich tatsächlich wieder aus dem Sog der Geschichte aufgetaucht. Und finde es sehr, sehr schade, dass dieses Buch schon wieder zu Ende ist.



2 von 5 Sternen Grade so zuende geschafft...   März 17, 2010
Holladiewaldfee
1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich

Es handelt sich um ein Buch mit einem ziehmlich konstruiert daherkommenden Plot (inklusive flacher Charaktere) und einer ziehlich abgehobenen Beschreibung vom der Leidenschaft zum Kochen an. Wer wirklich mit Leidenschaft kocht sollte sich lieber ein Kochbuch zulegen: Das ist nicht so langathmig; Wer etwas über die Arbeit als Koch lesen will, dem empfehle ich "Kitchen Confidential" von Antony Bourdain; Und wer wirklich etwas über den Bürgerkrieg auf Sri Lanka wissen möchte sollte lieber ein Geschichtsbuch zur Hand nehmen, denn dieses Buch hilft einem auch nicht mehr dabei sich in die Gefühlswelt der Menschen dort oder in die Kultur hineinzuversetzen.


5 von 5 Sternen Ein typischer Suter   März 16, 2010
M. Fusenig (Luxemburg)
0 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich

Mit "Der Koch" hat Martin Suter mal wieder einen typischen Suter geschrieben; fesselnde Story mit vielen kritischen Untertönen über den Umgang der Schweizer (und nicht nur ihnen) mit Ausländern und ihrer Wichtigkeit des Geldes. Der Bürgerkrieg in Sri Lanka bekommt durch dieses Buch auch einen Stellenwert, da er praktisch unter Auschluss der Öffentlichkeit stattfindet.
Suter ist und bleibt ein ganz Großer. Das Buch ist sehr sehr lesenswert, wie alle Romane von Martin Suter.



2 von 5 Sternen Langweiig und banal   März 12, 2010
anthologie
1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich

Enttäuschend. Von Suter kenne ich bisher kurzweilige, interessante Erzählungen, die nicht banal sind. Dieses Buch nervt und ich war froh, es endlich ausgelesen zu haben (die Menübeschreibungen habe ich stets übersprungen).


4 von 5 Sternen Das Kochbuch   März 12, 2010
s9277 (Zürich)
1 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich

Zu Beginn des Jahres stellte Martin Suter seinen neuen Roman vor, "Der Koch". Ein Diogenes-Buch, typisch, hübsch gesetzt, Hardcover, mit einem passenden Titelbild, schlicht und chic. Allein warum der Zürcher Verlag das "ß" druckt, bleibt dem Leser unverständlich.

Ohne viel zu verraten, ist der Plot schnell gezeichnet: Der Koch das ist ein tamilischer Flüchtling, der sich im Zürich der Jahre 2008/2009 als Gaumenkünstler verdingt. Es ist seine Geschichte, die seiner Kultur, die des Bürgerkrieges auf Sri Lanka, der tamilischen Diaspora im Exil, der Zwänge, Unpässlichkeiten, Missverständnisse. Und des harten Gewerbes der Gastronomie -- im weitesten Sinne. Weitere Zutaten: Ein, zwei hübsche Frauen, ein paar korrupte, geld- und macht- (und auch sonst) geile Obere Zehntausend, schmierige Handlanger, menschliche Konflikte, Waffen, Krieg und Krise, ja, *die Krise*. Gewürzt mit Suters oft unkonventionellen Konfliktlösungen; und auch der Versuch -- wieder einmal --, sich vom gesellschaftlichen Totschweigen zu befreien.

Es ist ein Suter. Nur diesmal anders gemischt, anders abgeschmeckt.

Zunächst einmal liest man ein Kochbuch. Die Persönlichkeiten der Protagonisten sind schon ausführlich vorhanden, auch gut getroffen, nur muss der Leser bisweilen oft zwischen exotischen Menü-Positionen und dem Hintergrund der Geschichte wechseln. Wer das nicht mag, wer sowieso nichts schmeckt, ist genervt, fängt an zu blättern. Und erwischt womöglich sogar den 18-seitigen Anhang, der alle Kochrezepte nebst Referenzen auflistet, manche ein drittes Mal. Böse Falle.

Und enttäuscht ist wohl auch, wer den Belzebub sucht. Irgendeinen. Der ausgesprochen böse Kerl fehlt nämlich, die Gutmenschen ebenso. Im "Koch" ist keiner perfekt, jeder verständlich, kein einziger bester Freund. Glück ist relativ, Ansichtssache. Pech auch.

Und der Fokus dreht. Von den Reichen zu denen, die jeden Franken zwei Mal umdrehen müssen. Nur an sehr wenigen Stellen tauchen die sonst so vertrauten berauschenden Geldbeträge auf, keine Macs, der Geldadel ist weniger verstaubt, gelingt fast schon real. Alles wirkt wie vom letzten Jahr, vom vorigen Monat. So tatsächlich, so um die Ecke, dass man schon geneigt ist, das längst abgeschaffte 12er Tram tatsächlich auf vbz.ch zu suchen. Man weiss dennoch, wohin man fahren müsste.

Beeindruckend also. Wenn da nur nicht diese vermaledeite Krise wäre. Vielleicht -- wenn man so will -- ist Suter einem kleinen Fehler aufgesessen, dem schon John LeCarré aufsass, als der sein "Absolute Freunde" tippte: Viel zu früh, viel zu politisch, ein rund 300-seitiges Flugblatt. Geschichten sollten besser das Vergangene reflektieren, zum Fantasieren und Mutmassen inspirieren, die gute alte Zeit vorführen. Leser mögen Bücher kaufen, um zu träumen -- nicht so sehr wegen der Kommentare zur Aktualpolitik, das machen die Zeitungen ja schon zuhauf.

Ein anderer Suter also. Dennoch untrüglich ein Suter. Punktum! Ein zehnzeiliger Dialog, nach dem man lachen, weinen, nachdenken und sich sorglos geben kann -- gleichzeitig --, ist noch immer ein Meisterstück. Man schläft nicht ein. Ein Suter auch, weil man den Nachbarn wiedererkennt, vielleicht den Arbeitskollegen, den Mann im Zweireiher vom Paradeplatz. Nicht zuletzt auch ein Suter, weil man den Schweizer herausliesst, das Schweizerische.

Wer Suter also gerne liest, wird auch den "Koch" gerne lesen. Wer Suter nicht kennt, sollte es besser mit dem zeitlosen, (vor-)letzten Weynfeldt versuchen.


Rezensionen anzeigen 1-5 von 41
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